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6. Tag | Arles - La Grande Motte : 73,5 km |
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Heute nehmen wir die Etappe 24 vom "Cyklos-Südostfrankreich per Rad" bis Aigues-Mortes und dann weiter bis La Grande Motte. Kurz hinter Arles trennen wir uns von unserem "Le Rhône à velo", der weiter ans Meer bis Port-St-Loius geht. Aber da wollen wir ja nicht hin. Wir fahren an St. Gilles vorbei die D179 über Mas des Iscles und Montcalm nach Aigues-Mortes. Nächster Akt: Duschen und schnell mit Mückenspray einsprühen. Inzwischen haben wir einige Flaschen zu 5,95€ aus der Apotheke als Vorrat. Zurück geht es wieder durch Arles - welch eine Freude für Bille! Es ist Samstag und es ist Markt! Ich passe lieber auf die Räder auf - irgendwie ist unsere "Leichtigkeit des Vertrauens" diesbezüglich seit letztem Sommer reichlich geschrumpft. Kurz vor Arles finden wir noch ein sonniges Café zum Frühstücken, direkt an der Straße, aber mitten im Leben.Geht es uns gut! Heute geht's voll durch die Camargue. Vor Jahren sind wir hier einmal mit dem Auto durchgeheizt und fanden alles eher langweilig. So per Rad entfaltet sich der Charme der Camargue viel besser. Überall riesige Bambuspflanzen, weite Sicht, plötzlich die typischen weißen Camarguepferde, Schilf, die Ausläufer der Cevennen im Hintergrund, Herden von Jungstieren für den Stierkampf - und dazu traumhaftes warmes Wetter (7. Oktober!) - und immer einen leichten Rückenwind! Dann sehen wir auch wieder eine Jakobsmuschel am Verkehrsschild! Und kurz darauf fahren wir an zwei englischen/amerikanischen Ehepaaren vorbei, die zu Fuss unterwegs sind. Wir hoffen mal schwer, dass das Pilger auf dem Weg nach Santiago sind..! (Oder doch nur bis zum nächsten Parkplatz?) Sobald man aber mal kurz anhält, um Fotos oder "etwas anderes" zu machen, hört man auch schon das bekannte leise Summen und spürt das erste Kitzeln an den Beinen: Mücken! Also nix wie weiter und in der nächsten etwas größeren Hofschaft (Montcalm) mit einstudierter Perfektion und Schnelligkeit erst mal wieder ordentlich anti-moustique drauf! Danach kann man beruhigt sein Geschäftchen machen. Versuch' das mal anders herum! Auf diese Weise sind wir heute fast nur gefahren. Solange man fährt, wird man nicht gestochen. Und irgend wann wird es doch anstrengend. Und so sind wir ganz froh, als endlich Aigues-Mortes auftaucht. Wir freuen uns schon auf eine schöne Tasse Café-au-lait in einem malerischen Café innerhalb der Stadtmauern! Schon am ersten Stadttor steht ein gigantisches Schild: "Vorsicht! - Lebensgefahr! - Frei laufende Stiere!" Und ein Verkehr und Trubel! Autos und Fußgänger in rauhen Mengen. Wir kommen kaum durch. Und sind dann plötzlich mitten im Ort. Der reinste Jahrmarkt! Ein Krach ohne Ende! Sehr viele Jugendliche, viele geschminkt und schon reichlich angetrunken. Irgendwo macht eine Band einen Soundcheck. Selbst zusammengeschweißte Autos mit jungen Leuten drauf gurken durch die Gegend. Also nix wie weg von hier! Noch kurz in die Tourist-Info (Eine Oase der Stille! Hat wohl doppelverglaste Türen!), aber der nächste Campingplatz ist in Le Grau-du-Roi. Also ohne Imbiss weiter! Am anderen Ausgang der Stadtmauer sehen wir dann die Arena - proppenvoll mit jungen Leuten, vorwiegend jungen Männern - die ihr Mütchen an den Jungstieren kühlen müssen. Die Landstraße nach Le Grau-du-Roi ist stupide langweilig und gerade, aber irgendwie erholsam nach dem Krach! In Grau-du-Roi sind wir nun endlich an unserem eigentlichen Ziel, dem Mittelmeer! Geschafft! Nach meheren Anläufen. Und irgendwie stolz. Weiter geht es problemlos noch ein paar Kilometer bis La Grande-Motte, einer Stadt vom Reissbrett. Im Prospekt sieht die Luftaufname zwar interessant aus, wir assoziieren aber sofort "grausame Betonburgen!" Wenn man aber durch die Strassen mit den inzwischen großen Bäumen fährt, merkt man gar nicht, zwischen wie vielen Wohnblocks man durch fährt (zumindest nicht in dieser Jahreszeit!!). Eigentlich ganz interessant und irgendwie auch malerisch. Eine tolle architektonische Leistung! Der Campingplatz hat ein paar "Not-Stellplätze" für Zelte. Hier steht man im Sommer vorwiegend mit Wohnwagen oder -mobil! Jetzt ist hier tote Hose und alles sehr erträglich. Es ist schon spät geworden und im Oktober geht die Sonne auch früher zu Bett - so müssen wir mal wieder im Dunkeln kochen. Aber es gibt keine Mücken!!! |
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