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An der Aare 1. Bad Säckingen - Luttingen (14,5 km)
            
 

Obwohl die Wettervorhersage für die nächsten Tage eher schlecht ist (Regen!), fahren wir los, denn wir haben ja viel vor, wollen die Zeit nutzen und vor allem haben wir ein Date morgen in Brugg an der Aare! Das wollen wir auf keinen Fall verpassen.
Wir fahren bei Regen in Marienheide los und kommen bei Regen in Bad Säckingen an, wo wir bei einer netten Bekannten unseren Bus sicher parken können!
Nach ca. 540 km Sitzen im Auto wollen wir heute noch ein paar Kilometer radeln, vielleicht bis Waldshut, packen also unsere Räder und machen uns auf den Weg.
Bald haben wir uns auf die kleinen grünen Schilder eingestellt und rollen meist auf separatem Radweg entlang des Rheins Richtung Aare-Mündung.
Anfangs ist es noch trocken, doch die Regenwolken hängen über uns und kurz nach dem überaus malerisch gelegenen Laufenburg holt uns der Regen ein.
Kurzerhand fragen wir in Luttingen im Gasthof Kranz nach einer Unterkunft und bekommen das "Notzimmer"! Es stellt sich als die ehemalige Poststelle des Ortes heraus und ist ganz und gar nicht "notdürftig": viel Platz, sauber, ordentlich, mit WC - nun ja, die Dusche ist "auf dem Flur", aber das stört uns nicht. Wir beenden den Tag in der Gaststube bei einem leckeren Roten aus umweltschonendem Weinbau! Übrigens ist dieser Gasthof - wie wohl viele andere in dieser Gegend auch - rauchfrei! Was nicht nur für uns angenehm ist, sondern auch für die Angstellten. Und es hat, so sagt man uns, keine Probleme mit ausbleibenden Gästen deswegen gegeben!
Unterkunft: Gasthof Kranz, Laufenburg-Luttingen

 

An der Aare 2. Luttingen - Waldshut - Brugg/Aare (38,6 km)
            
 

Das Wetter ist uns auch heute nicht hold: wir fahren praktisch die gesamte Strecke im Regen! Und ziemlich kühl ist es auch noch! Das macht uns aber alles nicht sooo viel aus, weil wir wissen, dass wir heute noch einmal in einem Hotel unterkommen werden, das wir schon gebucht hatten.
Anfangs verläuft der Aare-Radweg ziemlich eben, doch ein paar Kilometer hinter dem Klingnauer Stausee gibt es kräftige Steigungen und mir wird etwas mulmig vor meiner Courage, weil wir doch noch gar nicht richtig in den Alpen sind! Rudi hingegen grinst nur und fühlt sich fit!
Brugg ist schnell erkundet, es gibt nicht viel zu sehen. Wenigstens ist das Wetter besser geworden.
Wir verbringen den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen und treffen abends Martin und Margrit aus Zürich, die wir zum ersten Mal "leibhaftig" sehen, bisher kennen wir uns nur über das Internet. Es wird ein sehr netter, herzlicher Abend bei guter Pizza und gutem Montepulciano.
Unterkunft: Hotel Gotthard, Brugg

 

An der Aare 3. Brugg - Aarburg (43,6 km)
               
 

Eigentlich sollte es heute schon richtig schön werden, aber es bleibt wechselhaft und ziemlich kühl. Dieses "unbeschreibliche Grau" (Titel von Stefan Gwildis) begleitet uns heute. Na ja, wenigstens ist es ein trockener Tag!
Welche Probleme kann es auf einer Radtour geben? Regen, Steigungen und Gegenwind. Was gibt es heute? Richtig: Gegenwind, und zwar nicht zu knapp!
Heute geht es vorwiegend durch den Wald. Bei Biberstein kommen wir an einem interessanten Schwimmbad vorbei: dort wird das Wasser richtig biologisch geklärt: mit Pflanzen! Wenn uns gestern Martin nicht davon erzählt hätte, hätten wir das nicht gesehen bzw. nicht verstanden, warum das Schwimmbecken in einen Seerosenteich übergeht!
In Olten trinken wir noch einmal einen Kaffee, aber es ist immer noch ziemlich kühl, draußen zu sitzen. Wahrscheinlich fehlt uns deshalb so das richtige Urlaubsfeeling und ein bisschen Flair.
Aarburg liegt sehr malerisch mit der Burg, die hoch oben über Fluss und Ort "thront".
Übernachtung: Campingplatz Wiggerspitz, Aarburg
Man erreicht als Radler den Campingplatz am besten über den Uferweg am rechten Ufer, Richtung Schwimmbad bzw. Rothrist.
Einkaufen: im Bahnhof. Auf dem Campingplatz kann man etwas zu trinken bekommen und es gibt auch einige Mahlzeiten dort. Brot für das Frühstück kann man bestellen. Es ist eine nette, freundlich Atmosphäre dort.
Übernachtung: 18 CHF, plus je1 CHF für das Duschen (6')

 

An der Aare 4. Aarburg - Solothurn (44,6 km)
               
 

Obwohl wir uns auf Regen eingestellt hatten (laut Wetterbericht!), werden wir heute von strahlend blauem Himmel und Sonnenschein pur verwöhnt! Damit wir nicht zu übermütig werden, gibt es auch heute wieder strammen Gegenwind!
Obwohl wir die Aarestrecke schon vor 9 Jahren gefahren sind, können wir uns an diesen Abschnitt überhaupt nicht mehr erinnern. Nun ja, wir fahren ja auch anders herum, da hat man wohl wieder einen anderen Blickwinkel. Auf jeden Fall gefällt uns der Abschnitt zwischen Aarburg und Wangen sehr gut! Es gibt weite Blicke auf hügeliges Bauernland, auf den Schweizer Jura, schöne Bauernhöfe. Aarwangen ist auch ein netter Anblick. Immer wieder sehen wir Hinweisschilder entlang der Felder: "Hier wird Urdinkel angebaut" oder Stelen mit allgemeinen Informationen zur schweizer Landwirtschaft. Und auch einen "echt traditionell" arbeitenden Bauern mit Pferd statt Traktor!
Nachdem die Strecke zwischen Wangen und Solothurn eher monoton ist, schlägt uns bei der Einfahrt nach Solothurn das pralle Leben entgegen. Die vielen schönen alten Gebäude und die heute herrschende Quirligkeit vermitteln einen fast italienisch anmutenden Touch!
Es ist Stadtfest! Überall sind Stände und Buden aufgebaut, die von Vereinen und ähnlichen Gruppen betrieben werden. Abends genießen wir dieses Stadtfest: heute wird nicht gekocht, es gibt genug zu essen auf dem Fest!
Auf dem Weg in die Stadt kommen wir an einem Projekt vorbei, das die überaus positive Einstellung der Schweizer zum Radfahren deutlich macht: Langsamverkehrsoffensive Solothurn! Der langsame Verkehr wird ausdrücklich unterstützt! So etwas könnte ich mir in Deutschland nicht vorstellen!
Übernachtung: Campingplatz Zum Muttenhof, Solothurn, 23,90 CHF
Er liegt am linken Aareufer, ca. 20' Fußweg in die Stadt, mit Restaurant und kleinem Laden, Brot kann bestellt werden. Zum Einkaufen kann man ca. 1km Richtung Norden/Eisenbahn fahren, dort gibt es einen Supermarkt in Brühl.

 

An der Aare 5. Solothurn - Sutz-Lattrigen (Bieler See) (40 km)
               
 

Heute ist wieder ein schöner Tag, es wird ganz schön heiß! Aber es läuft gut, es gibt keine Steigungen und der Gegenwind ist nur noch mäßig! Was will man mehr!
Zunächst geht es durch die Witi - so heißt die Ebene zwischen Solothurn und Bieler See - am Storchendorf Altreu vorbei. Büren am gegenüberliegenden Ufer bietet wieder eine schöne Stadtansicht, und dann geht es am Nidau-Büren-Kanal entlang Richtung Biel. Der Weg ist hier etwas monoton, aber es gibt Schatten und es lässt sich gut fahren. Eigentlich wollten wir auch eine Runde durch Biel drehen, aber als wir kurz vor der Innenstadt sind, sehen wir, dass dort offensichtlich eine große Kirmes ist, zu der die Menschen in großen Mengen strömen. Danach ist uns nicht zumute, schon gar nicht bei der Hitze, und so drehen wir kurzerhand um und fahren zum Bieler See. An den Campingplatz direkt in Sutz  können wir uns noch vom letzten Mal erinnern, irgendwie ist er uns heute aber nicht sympathisch. Es gibt doch noch einen anderen Platz hier! Also fahren wir weiter: wahrscheinlich nur, damit wir auch heute zu unserer Steigung kommen: der Campingplatz Lindenhof liegt nämlich oben über dem Bieler See! Zuerst sind wir davon nicht begeistert, denn das sieht auf den ersten Blick aus wie Camping à la ferme! Ist es auch, aber sehr schön gelegen, mit guten Sanitärs und netter Atmosphäre!
Wie überall in der Gegend werden hier gerade Kirschen geerntet und sortiert, es muss ein gutes Jahr für Kirschen sein!
Zunächst lassen wir uns es in dem nahe gelegenen "See-Pintli" bei einem Radler gut gehn und genießen die wunderbare Aussicht auf den Bieler See.
Da wir nichts eingekauft haben und es hier auch keinen geöffneten Laden gibt (in der Schweiz und in Österreich schließen die Geschäfte meist um 12.00 Uhr, Samstag nachmittags ist auch geschlossen), gehen wir abends gepflegt essen. "Wir empfehlen da immer den Anker." sagt der Besitzer unseres Campingplatzes, ein Niederländer. "Da stimmt das Preis-Leistungsverhältnis." führt er fort. Davon können wir uns überzeugen: es ist nicht billig, aber es ist auch gut! Und man sitzt ausgesprochen nett.
Diesem Tipp folgt auch ein anderes Radreise-Paar, das mit "Edel-Velos" unterwegs ist: aus Swisttal bei Bonn! Die Welt ist klein. Sie sind auf dem Weg von Nizza nach Bonn! Alle Achtung!
Übernachtung: Camping Lindenhof, Sutz-Lattrigen, 29,20 CHF
Einkaufen: auf dem Campingplatz Sutz, ca. 1,7 km Richtung Biel, geöffnet ab 7.30 Uhr, gut sortiert.
Rückfahrt zum Camping Lindenhof: hinter dem Camping Sutz die kleine Steigung hoch bis zur Kirche, dann links 300 m bis zum Gasthof Anker (Schild), dort an der Bahn entlang die Hauptstraße ca. 1 km, dann kommt ein Schild "Camping nach rechts", der Rest ist ausgeschildert. So kann man die längere Steigung gut umgehen.
Ansonsten soll es Richtung Bern im nächsten Dorf einen Tea-Room geben, in dem man frühstücken kann.

 

An der Aare 6. Sutz-Lattrigen - Bern (49 km)
               
 

Da wir wissen, dass die heutige Etappe nicht ganz einfach wird und es wieder heiß werden soll, stehen wir ziemlich früh auf und machen uns auf den Weg. Offensichtlich ist hier der Verlauf des ein oder anderen Stück des Radweges verändert worden. So bleibt uns im Gegensatz zum ersten Mal die Steigung über Walperswil erspart, denn man fährt bis Niederried am Aare-Hagneck-Kanal entlang. Doch von dort bis nach Bern hinein geht es häufig und dann meist kräftig bergauf! Und es ist wirklich heiß und schwül heute! Man sollte vielleicht doch etwas weniger mitnehmen, dann wird das Schieben auch leichter!

Heute sind viele Leute unterwegs, es ist Sonntag. Wir treffen ein junges Pärchen mit Säugling im Anhänger mehrer Male, das recht locker mit den Steigungen umgeht. Man fragt uns, ob uns die Schweiz gefällt und ob wir denn nicht gewusst haben, dass die Schweiz Berge hat!
Wie dem auch sei, wir sind bis nach Bern gekommen und wussten ja auch, dass der Campingplatz Eichholz, auf dem wir damals schon übernachtet hatten, direkt an der Aare liegt, also im Tal! Nur, dass man den Weg an der Aare den Fussgängern vorbehält und die Radfahrer kurz vor dem Campingplatz wieder ganz nach oben schickt! Aber es gibt zig Leute, die trotzdem diesen Uferweg mit dem Velo benutzen!

Da wir für heute rechtzeitig eingekauft hatten, konnten wir entspannt kochen. Zumindest fast entspannt! Denn als das Tortelliniwasser gerade anfing zu kochen, verdunkelte sich der Himmel schlagartig und ebenso schlagartig kam ein heftiges Gewitter runter! Aber unser Zelt ist doch Gold wert! Außerdem hat Rudi in solchen Dingen ja die Ruhe weg: er hat einfach in der Apsis des Zeltes weitergekocht und es war ein gar köstliches und gemütliches Mahl!

 

An der Aare 7. Bern (Ruhetag)
               
 

Nachdem wir uns beim letzten Mal Bern nicht richtig angesehen haben, wollen wir dies nun nachholen, also bleiben wir noch einen Tag hier.
Von gestern Abend bis heute Mittag gab es Dauerregen. Gegen Mittag machen wir uns dann zu Fuß nach Bern auf, gerade, als es aufhört zu regnen. Man läuft etwa 20 Minuten entlang der Aare. Dann kann man mit "der kürzesten Standseilbahn der Welt" in die City hinauf fahren. Oben angekommen kann man stundenlang durch die Laubengänge schlendern. Wir kehren zunächst in einer Saftbar ein und genehmigen uns ein zweites "gesundes" Frühstück. Köstlich. Wir sehen sogar auch Marc, einen der drei Sänger von "Peter, Sue und Marc", der heute als Arbeitsloser für die Stadt Bern den Müll aufsammelt, weil er etwas Sinnvolles tun will. Es stand vor einigen Tagen darüber ein Artikel in der "Blick", man will ja auf dem Laufenden bleiben!

Es gibt viele Touristen aus aller Welt hier, viele Schmuckgeschäfte, auch mit sehr ausgefallenem Design, auch die Preise sind dann natürlich (leider) entsprechend!
Wettertechnisch geht es heute auf und ab, Sonne und Regen wechseln sich ab.
Insgesamt ist es ein entspannter Tag.
Übernachtung: Camping Eichholz, Bern-Wabern, 26,50 CHF. Am linken Aareufer, über Uferweg erreichbar, Self-Service-Restaurant/Kiosk , Brot kann bestellt werden, nebenan Liegewiese für das Aare-Schwimmen (auf eigene Gefahr).

 

An der Aare 8. Bern - Thun - Interlaken (33 km/ mit Schiffsverlad, 74 CHF für 2 Pers. und 2 Velos)
               
 

Dank ein paar "gackernden Hühner" (schweizer pubertierende Mädels), die schon reichlich früh wieder aktiv sind, kommen wir früh aus den Federn, können das Zelt trocken einpacken und sind schon um 10.00 Uhr auf der Piste. Wir fahren weiter auf dem Wanderweg an der Aare und kommen so beim Flughafen Belp wieder auf den offiziellen Radweg. Leider ist das Alpenpanorama, auf das ich mich so gefreut habe, durch die Wolken ziemlich verdeckt. Es fängt 10 km vor Thun wieder an zu regenen, aber nur leicht. Bei Heimberg fahren wir entgegen der offiziellen Route weiter an der Aare und kommen so bequem nach Thun.

Hier benutzen wir die Gelegenheit des Schiffsverlads, da uns die kommende Strecke entlang des Thuner Sees noch als nicht so angenehm in Erinnerung geblieben ist. Damals haben wir den Thuner See zur Hälfte mit dem Schiff befahren, dieses Mal wollen wir bis Interlaken fahren. Damals hatten wir strahlenden Sonnenschein - dieses Mal... ja, richtig: gibt es Regen und schlechte Sicht auf die Berge! Außerdem ist es ziemlich kalt. Trotzdem bleiben wir standhaft auf dem Deck. Das Schiff ist gut besetzt, man merkt die Nähe von Interlaken durch die Zunahme von internationalen Touristen, immer mehr aus den USA oder aus Japan oder Korea!
In Interlaken herrscht ein kunterbuntes Touristentreiben. Man hat den Eindruck, dass in jedem Geschäft mindestens eine japanische/koreanische Verkäuferin arbeitet!
Es regnet sich nun ein und wir bauen das Zelt auf dem Campingplatz Sackgut am Ostbahnhof im Regen auf. Erwähnte ich bereits, dass wir ein tolles Zelt haben? (VAUDE-Mark IV) Es ist wirklich schnell aufzubauen, dicht und hat genügend Platz für Mensch und Gepäck!
Auf dem Campingplatz herrscht auch geschäftiges Treiben, jede Menge Interrailer, Backpacker  u.ä. Es gibt hier auch die Möglichkeit, sich ein Zimmer in der Lodge zu mieten. Außerdem bietet der Platz für diese Mieter noch jede Menge Facilities (Küche, Aufetnhaltsraum...)
Leider haben auch in Interlaken die meisten Geschäfte (sofern sie nicht Andenken, Schmuck, Schweizer Messer u.ä. verkaufen) früh geschlossen. Ich hätte gedacht, dass das in einer so besuchten Stadt anders wäre. Nun ja, es gibt aber in der Schweiz immerhin die COOP-Pronto-Läden, die haben bis 22.00 Uhr geöffnet. Dafür müssen wir allerdings aus dem trockenen Zelt hinaus in den feindlichen Regen und halb durch den Ort. Ist dann aber gar nicht so schlimm.
Gekocht wird dann in dem dafür vorgesehenen Unterstand, den zur Zeit außer uns keiner nutzt. Damit der Weg zum Zelt nicht immer so feucht wird, leiht sich Rudi kurzerhand einen Sonnenschirm (!) und wandert damit über den Platz. Für die Nacht wird dieser Sonnenschirm unser Eingangsvordach. Immerhin "filtert" er den starken Regen zu Sprühregen!
Übernachtung: Camping Sackgut, Interlaken-Ost, direkt an der Aare, 25 CHF

 

An der Aare 9. Interlaken - Brienz (Schiffsverlad, 56 CHF komplett)
            
 

Nachdem es die ganze Nacht ziemlich intensiv geregnet hat, hängen die Wolken ziemlich tief und man sieht die Berge nicht einmal. Wir wissen nicht so recht, wie wir weiter verfahren sollen. Interlaken selber ist für uns kein Ort, an dem man längere Zeit, vor allem bei einem solchen Wetter bleiben will. Andererseits meldet der Wetterbericht keine grundsätzliche Wetterbesserung. Während wir noch hin und her überlegen, klart der Himmel auf, die Sonne scheint und der Boden fängt zu dampfen an! Wir wollen ja eigentlich auch das nächste Stück mit dem Schiff überbrücken, weil wir uns damit einige Steigungen ersparen können. Wir wissen auch die Abfahrzeiten, haben das erste Schiff im Regen fahren lassen und das nächste legt in knapp einer Stunde ab. In Rekordzeit packen wir also unsere Siebensachen zusammen und erreichen in letzter Minute das Schiff.
Wieder ist es gut besucht, dieses Mal von noch mehr Japanern. Zunächst ist das Wetter noch erträglich, doch mit zunehmender Fahrt wird es düsterer und die Wolken kriechen geradezu von oben über die Berghänge nach unten und alles wird wieder ziemlich grau. Und kalt. Und nass.

Als wir in Brienz anlegen, regnet es fast waagerecht und es ist richtig kalt! Das Stimmungsbarometer ist im Keller. Und so soll es noch ein paar Tage bleiben?
Gegenüber der Anlegestelle ist ein Bahnhof. Die Verbindung nach Bad Säckingen: 5x Umsteigen, aber möglich.
Kurz und gut: wir beschließen, erst einmal eine Verschnaufpause einzulegen und dem Wetter die Chance zu geben, sich zu bessern und fahren mit der Bahn zurück zum Bus in Bad Säckingen.
Dank der hervorragenden Eisenbahnverbindungen und dem guten Service in der Schweiz sind wir dann nach 5 Stunden dort.
Bahnfahren in der Schweiz ist super. Komfortabel, viele und gute Verbindungen, Radmitnahme kein Problem, immer freundliche Schaffner, in den Bahnhöfen immer Bedienstete an den Schaltern, die man fragen kann. Davon könnte sich die Deutsche Bahn eine ganz dicke Scheibe abschneiden.
Nur ein Beispiel: alles klappte hervorragend bis zum "Grenzübergang" im Bahnhof von Waldshut. Danach mussten wir für die letzte Strecke in Deutschland noch ein Ticket lösen. Keinen konnte man fragen. Es gab nur einen Automaten, für dessen Bedienung man wohl ein doppeltes Hochschulstudium haben muss. Außerdem war der Automat sehr langsam und im Endeffekt auch noch kaputt! Also keine Chance, ein Ticket zu kaufen! Ich glaube, das wäre in der Schweiz undenkbar gewesen.
Kosten: Brienz - Koblenz/Aare: 132 CHF (Waldshut - Bad Säckingen: 0 Euro)

Haben dann den Bus geholt und uns in Luttingen ein Zimmer genommen, dort unseren Kummer mit einem guten Essen bekämpft.

 

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